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Warum wir schweigen, obwohl wir etwas sagen sollten

Psychologische Sicherheit beginnt dort, wo wir keine Angst mehr haben müssen, etwas Falsches zu sagen.

Kennst du diese Situation?

Du sitzt in einem Meeting. Eine Entscheidung wird diskutiert. Du hast Bedenken, vielleicht sogar eine bessere Idee.

Aber du sagst nichts.

Nicht, weil dir das Wissen fehlt. Sondern weil du nicht weißt, wie die anderen reagieren.

Vielleicht hast du früher erlebt, dass Kritik unerwünscht war. Dass Fehler gegen dich verwendet wurden. Oder dass Widerspruch als mangelnde Loyalität galt.

Also schweigst du.

Schweigen ist manchmal eine erlernte Schutzstrategie

Unser Verhalten folgt nicht immer dem, was wir bewusst für richtig halten.

Wir orientieren uns auch an unseren Erfahrungen und Erwartungen. Was uns früher vor unangenehmen Konsequenzen geschützt hat, behalten wir häufig bei.

Das kann selbst dann passieren, wenn die ursprüngliche Gefahr längst nicht mehr besteht.

Eine neue Führungskraft sagt: „Bei mir darf jeder offen sprechen.“

Doch Vertrauen entsteht nicht durch diese Aussage. Es entsteht durch das, was anschließend passiert.

Wie wird auf Kritik reagiert? Was geschieht, wenn jemand einen Fehler eingesteht? Darf ich anderer Meinung sein, ohne dafür abgewertet zu werden?

Sicherheit bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden

Psychologische Sicherheit wird häufig mit Harmonie verwechselt.

Dabei geht es um etwas anderes: die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Bedenken zu äußern und Fehler einzugestehen, ohne negative zwischenmenschliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Der SWR-Beitrag „Psychologische Sicherheit im Job“ vom 22. Oktober 2026 greift Forschung auf, die zeigt, dass psychologische Sicherheit insbesondere das Lernen und das frühzeitige Ansprechen von Problemen fördert.

Ein gutes Team muss sich nicht immer einig sein.

Es muss unterschiedliche Meinungen aushalten können.

Was Coaching verändern kann

Im Coaching interessiert uns deshalb nicht nur, welches Verhalten jemand verändern möchte.

Wir fragen auch, warum dieses Verhalten bisher sinnvoll war.

  • Was befürchte ich, wenn ich offen meine Meinung sage?
  • Welche Erfahrungen haben meine Erwartungen geprägt?
  • Was müsste ich erleben, damit ich künftig anders handeln kann?

Neue Verhaltensweisen lassen sich in kleinen, überschaubaren Schritten erproben. Dabei geht es nicht darum, sich einfach mehr zu trauen – unabhängig von den Konsequenzen.

Es geht darum, alte Erwartungen zu überprüfen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Auch die Führungskraft trägt Verantwortung dafür, ob solche Erfahrungen möglich werden.

Eine Frage zum Nachdenken

Vielleicht erinnerst du dich an eine Situation, in der du etwas Wichtiges nicht ausgesprochen hast.

Was hat dich tatsächlich zurückgehalten: die Situation selbst oder deine Erwartung, was passieren könnte?

Und war diese Erwartung in diesem Moment noch zutreffend?

Manchmal beginnt Veränderung damit, genau diesen Unterschied zu erkennen.


Singold-Coaching | Coaching für Führung, persönliche Entwicklung und Zusammenarbeit

Quelle und Impuls: SWR Kultur, Das Wissen, „Psychologische Sicherheit im Job – Gut und gerne arbeiten“, 22.10.2026.

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