Impuls · Entscheidungen · Ralf Becker
Sie sollen Orientierung geben. Gleichzeitig fehlen Informationen, Interessen widersprechen sich oder die Folgen einer Entscheidung sind noch schwer abzuschätzen. Der Druck, schnell eine Antwort zu liefern, ist spürbar.
In solchen Situationen kann es hilfreich sein, das Nichtwissen ausdrücklich zu benennen. Das braucht einen klaren Rahmen: Was lassen wir offen, weshalb und bis wann? Bewusst abzuwarten ist etwas anderes, als eine Entscheidung stillschweigend zu verschieben.
Vier Fragen für eine offene Situation
Was wissen wir bereits? Trennen Sie gesicherte Beobachtungen von Vermutungen. Wo widersprechen sich Informationen?
Was müssen wir noch erfahren? Benennen Sie die Information, die eine Entscheidung tatsächlich verändern könnte. Mehr Daten sind nicht automatisch hilfreicher.
Was können wir schon verantwortbar tun? Vielleicht gibt es einen begrenzten Schritt, der umkehrbar ist und zugleich eine offene Frage klärt. Vereinbaren Sie, wer ihn beobachtet und woran Sie lernen möchten.
Wann entscheiden wir erneut? Legen Sie einen Termin oder ein konkretes Ereignis fest. Klären Sie auch, welche Entwicklung ein früheres Handeln notwendig macht.
Orientierung geben, während etwas offenbleibt
„Diese Frage können wir heute noch nicht verlässlich beantworten. Bis Dienstag klären wir die beiden offenen Punkte. Für die Zwischenzeit gilt folgende Vereinbarung.“
Ihr Team braucht neben der offenen Frage auch einen Arbeitsrahmen. Was läuft weiter? Was wird vorläufig gestoppt? Wer ist ansprechbar, wenn eine neue Information auftaucht?
Die eigene Reaktion mitbetrachten
Was macht es mit Ihnen, wenn Sie noch keine Antwort haben? Wo handeln Sie aus Zeitdruck, wo aus dem Wunsch, Sicherheit auszustrahlen? Im Coaching können wir den Entscheidungsbedarf und Ihre eigene Reaktion darauf gemeinsam sortieren. Das Ziel ist ein bewusst gewählter nächster Schritt.
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Wenn Ihre eigene Leitung und Ihr Team Unterschiedliches erwarten: Zwischen Chef und Team: Erwartungen klären.
