Werkzeug · Selbstführung · Ralf Becker
Das nächste Gespräch beginnt in fünf Minuten. Das vorige Meeting hängt Ihnen noch nach. Sie beantworten schnell eine Nachricht und betreten den Raum. Erst später merken Sie, dass Ihre Ungeduld mit der aktuellen Situation wenig zu tun hatte.
Führung braucht Aufmerksamkeit für andere – und einen Blick darauf, was Sie selbst gerade mitbringen. Eine kurze Unterbrechung kann dafür einen Platz im Alltag schaffen. Probieren Sie es mit drei Minuten und drei Fragen.
1. Was fühle ich gerade – ehrlich?
Nehmen Sie wahr, was da ist: Ärger, Unruhe, Erschöpfung, Vorfreude oder etwas, das sich noch nicht benennen lässt. Sie brauchen das Gefühl nicht sofort zu verändern. Ein Satz wie „Ich bin noch angespannt vom letzten Termin“ genügt für den Anfang.
2. Was hat dieses Gefühl ausgelöst?
Geht es um den Menschen, dem Sie gleich begegnen? Oder tragen Sie ein anderes Thema mit hinein? Trennen Sie einen konkreten Vorfall von der Geschichte, die Sie sich darüber erzählen. Was wissen Sie, was vermuten Sie?
3. Was brauche ich, um jetzt präsent zu sein?
Vielleicht einen Moment Ruhe, ein Glas Wasser oder einen klaren Gedanken zum Zweck des Gesprächs. Vielleicht müssen Sie eine Erwartung ansprechen oder einen Termin neu abstimmen. Wählen Sie einen kleinen Schritt, den Sie tatsächlich umsetzen können.
Ein bewusster Anfang
„Was soll mein Gegenüber von mir bekommen – und was bringe ich gerade ungewollt mit?“
Schreiben Sie Ihre drei Antworten für eine Woche in wenigen Stichworten auf. Schauen Sie anschließend, wann die Unterbrechung hilfreich war und wo Sie einen anderen Rahmen benötigen. Aus einer Übung wird erst dann ein Werkzeug, wenn sie zu Ihrem Alltag passt.
Im Coaching können wir betrachten, welche Situationen Sie besonders schnell in eine Reaktion bringen und wie Sie Ihren eigenen Handlungsspielraum erweitern möchten.
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