Impuls · Zuhören · Ralf Becker
„Ich habe den Eindruck, dass meine Arbeit sowieso nicht zählt.“ Sie sind gerade bei der Aufgabenplanung, der nächste Termin wartet. Die schnelle Antwort liegt nahe: „Das stimmt doch nicht. Lassen Sie uns erst die nächsten Schritte besprechen.“
Damit bleibt eine wichtige Frage offen: Was meint Ihr Gegenüber genau? Eine Bemerkung, die nicht zur Agenda passt, kann ein Hinweis auf das sein, was die Zusammenarbeit gerade erschwert. Es lohnt sich, kurz hinzusehen.
Einen Moment beim Gesagten bleiben
Machen Sie eine Pause, bevor Sie antworten. Sie müssen weder sofort trösten noch zustimmen. Eine mögliche Rückfrage lautet: „Was ist passiert, dass bei Ihnen dieser Eindruck entstanden ist?“
Hören Sie zunächst die konkrete Situation an. Verzichten Sie für einen Moment darauf, eigene ähnliche Erlebnisse zu erzählen. Prüfen Sie Ihr Verständnis: „Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen besonders um die Rückmeldung nach dem letzten Projekt. Stimmt das?“
Das Anliegen und den Gesprächszweck verbinden
Nicht jedes Thema lässt sich im laufenden Termin abschließend klären. Sie können seine Bedeutung anerkennen und den Rahmen benennen: „Das möchte ich genauer verstehen. Heute brauchen wir außerdem eine Vereinbarung zur Übergabe. Wie können wir die verbleibende Zeit dafür nutzen?“
Wenn ein eigener Termin nötig ist, vereinbaren Sie ihn konkret. Ein „Darüber sprechen wir später“ schafft noch keinen verlässlichen Anschluss.
Eine Frage nach dem Gespräch
„An welcher Stelle habe ich etwas Neues erfahren – und an welcher Stelle bin ich nur meinem Plan gefolgt?“
Eine Agenda kann Orientierung geben. Sie darf sich ändern, wenn eine wichtige Information auftaucht. Im Coaching können wir solche Wendungen durchspielen: zuhören, nachfragen und anschließend wieder zu einem klaren nächsten Schritt führen.
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